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US-Gericht lässt Sammelklage gegen Tether und Bitfinex zu

Von

Shweta Chakrawarty

Shweta Chakrawarty

Richterin Katherine Polk Failla erteilte am 23. Februar 2026 die Zulassung zur Sammelklage und ermöglichte damit den Fortgang einer umfangreichen Klage wegen Marktmanipulation.

US-Gericht lässt Sammelklage gegen Tether und Bitfinex zu

Kurzzusammenfassung

Zusammenfassung ist KI-generiert, von der Redaktion überprüft.

  • Ein Bundesgericht hat der Klage wegen Marktmanipulation bei Tether den Status einer Sammelklage gewährt.

  • Investoren werfen Tether vor, ungedeckte USDT gedruckt zu haben, um die Kryptowährungspreise künstlich in die Höhe zu treiben.

  • Das Urteil teilt die Kläger in zwei Gruppen ein: Spot- und Futures-Händler.

  • Nach der Genehmigung der geänderten Klassenzertifizierung geht der Fall in die nächste Phase.

Ein Bundesrichter in den USA hat die Einreichung einer Sammelklage von Investoren genehmigt. Sie richtet sich gegen Tether und Bitfinex. Die Entscheidung ist ein wichtiger Schritt in einem der langwierigsten Rechtsstreitigkeiten der Kryptoindustrie. Am 23. Februar erteilte Richterin Katherine Polk Failla vom U.S. District Court for the Southern District of New York den Investoren die Zulassung als Sammelkläger. Diese werfen den Unternehmen vor, Kryptopreise manipuliert zu haben.

Die Klage behauptet, dass die Firmen zwischen 2017 und 2019 den Wert von BTC oder ETH aufgebläht hätten. Dies soll durch die Ausgabe nicht vollständig gedeckter USDT-Token geschehen sein. Investoren sagen, die mutmaßlichen Handlungen hätten den Markt verzerrt. Dadurch seien Verluste in Milliardenhöhe entstanden. Das Urteil entscheidet nicht darüber, ob Tether oder Bitfinex tatsächlich gegen das Gesetz verstoßen haben. Es erlaubt jedoch, dass das Verfahren als Sammelklage fortgesetzt wird. Dadurch könnten sich nun Tausende Investoren an der Klage beteiligen.

US-Gericht genehmigt Sammelklage mit Änderungen

Richterin Failla genehmigte den Antrag der Kläger gemäß Federal Rule of Civil Procedure 23. Allerdings in modifizierter Form. Das Gericht teilte die Investoren in zwei Gruppen auf, um das Verfahren effizienter zu steuern.

Eine Gruppe umfasst Anleger am Spotmarkt, die BTC oder ETH direkt gekauft haben. Die zweite Gruppe betrifft Trader, die auf Krypto-Futuresmärkten gehandelt haben.

Das Gericht prüfte außerdem Sachverständigenaussagen im Zusammenhang mit dem Fall. Die Richterin akzeptierte teilweise und wies teilweise Versuche zurück, die Aussage des Ökonomen Dr. David W. DeRamus auszuschließen. Insgesamt ermöglicht die Entscheidung den Investoren, ihre Ansprüche gemeinsam zu verfolgen. Statt einzelner Klagen können sie nun im Rahmen einer Sammelklage vorgehen. Diese Struktur könnte Tausende Beteiligte in das Verfahren bringen. Entsprechend könnte das potenzielle finanzielle Risiko für die Beklagten erheblich sein.

Vorwürfe konzentrieren sich auf USDT-Emission und Marktauswirkungen

Der Kernvorwurf betrifft die Ausgabe von USDT-Token zwischen 2017 und 2019. Die Kläger argumentieren, dass Tether große Mengen USDT geschaffen habe, ohne dass diese vollständig durch Reserven gedeckt gewesen seien. Laut Klageschrift wurden diese Token anschließend genutzt, um BTC oder ETH zu kaufen. Dadurch sei künstliche Nachfrage im Markt entstanden.

Während des Bullenmarktes 2017 habe diese Aktivität laut Investoren zu steigenden Kryptopreisen geführt. Viele Anleger erlitten später hohe Verluste, als die Preise korrigierten. Die Kläger argumentieren, dass die mutmaßliche Manipulation Schäden in Milliardenhöhe im gesamten Markt verursacht habe.

Die Vorwürfe greifen zudem frühere Bedenken hinsichtlich der Transparenz von Tether wieder auf. Aufsichtsbehörden haben die Reserven des Unternehmens in der Vergangenheit mehrfach überprüft.

Fall begleitet von jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen

Die Klage tauchte erstmals 2019 auf. Damals wurde sie als gebündelte Sammelklage im Southern District of New York eingereicht. Seitdem hat das Verfahren mehrere juristische Hürden durchlaufen.

Frühere Entscheidungen wiesen einige Vorwürfe ab. Dazu gehörten bestimmte Anschuldigungen wegen organisierter Kriminalität. Andere Ansprüche blieben jedoch bestehen. Dazu zählen Vorwürfe des Betrugs nach Common Law, Rohstoffbetrugs sowie Verstöße gegen das Kartellrecht.

Tether und Bitfinex haben die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Die Unternehmen argumentieren, den Anschuldigungen fehle es an Beweisen. Zudem würden sie die Funktionsweise ihrer Geschäftsmodelle falsch darstellen.

Wie geht es weiter?

Der Fall ist noch lange nicht abgeschlossen. Das Gericht bearbeitet derzeit ein Verfahren zur Schwärzung der versiegelten Entscheidung. Beide Seiten müssen ihre Vorschläge bis zum 9. März einreichen. Anschließend dürfte die Klage in weitere juristische Schritte übergehen. Auch Berufungen sind möglich, bevor es zu einem Prozess kommt.

Die Entscheidung hat jedoch bereits breitere Auswirkungen. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Stablecoin-Praktiken und ihr Einfluss auf den Kryptomarkt. Branchenbeobachter verfolgen den Fall daher genau. Sollte das Verfahren vor Gericht gehen, könnte es wichtige Präzedenzfälle schaffen. Insbesondere dafür, wie Gerichte Vorwürfe der Marktmanipulation im Bereich digitaler Vermögenswerte behandeln.

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