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Russische Zentralbank prüft Rubel-gebundenen Stablecoin

Der Erste Stellvertretende Gouverneur der Bank von Russland kündigte im Rahmen der Alfa Talk-Konferenz eine formelle Studie zu einem Rubel-Stablecoin an, inmitten sich ändernder Krypto-Politiken.

Russische Zentralbank prüft Rubel-gebundenen Stablecoin

Kurzzusammenfassung

Zusammenfassung ist KI-generiert, von der Redaktion überprüft.

  • Die russische Zentralbank wird 2026 Rubel-gedeckte Stablecoins prüfen.

  • Der erste stellvertretende Gouverneur Tschistjuchin signalisiert eine Abkehr von der bisherigen Opposition.

  • Die flächendeckende Einführung des digitalen Rubels soll am 1. September 2026 beginnen.

  • Der vorgeschlagene Rahmen stuft Stablecoins als „monetäre Vermögenswerte“ für den regulierten Gebrauch ein.

Russlands Zentralbank will neue Form digitalen Geldes prüfen. Am 12. Februar sagte der Erste Vizegouverneur Wladimir Tschistjuchin, die Bank von Russland werde in diesem Jahr einen an den Rubel gekoppelten Stablecoin untersuchen. Er sprach auf der Alfa-Talk-Konferenz in Moskau. Die Studie soll sowohl Risiken als auch Chancen bewerten.

Die Behörden wollen zudem analysieren, wie andere Länder mit Stablecoins umgehen. Anschließend plant die Bank von Russland, ihre Ergebnisse zur öffentlichen Diskussion zu veröffentlichen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund harter westlicher Sanktionen und zunehmender Einschränkungen beim Zugang zu globalen Bankensystemen, die Russland zur Suche nach neuen Zahlungsinstrumenten zwingen.

Abkehr von früherer Ablehnung

Jahrelang lehnte die russische Zentralbank Stablecoins mit Fiat-Bindung ab. Sie galten als riskant und schwer kontrollierbar. Zudem bestand die Sorge, sie könnten den Rubel schwächen oder Finanzvorschriften umgehen. Der Ton hat sich jedoch schrittweise geändert. 2024 erlaubte Russland den Einsatz von Kryptowährungen für bestimmte internationale Abrechnungen.

Der digitale Rubel ist inzwischen in eine Pilotphase gestartet. Das Projekt umfasst bereits Hunderttausende Nutzer. Der vollständige Rollout wird nun für Ende 2026 erwartet, staatliche Anwendungen sollen früher beginnen. Die Aussagen Tschistjuchins deuten darauf hin, dass die Bank von Russland ihre bisherige Haltung überdenkt. Statt eines pauschalen Verbots wollen die Behörden Stablecoins nun detailliert prüfen und bewerten, wie sie in das russische Finanzsystem passen könnten.

Sanktionen treiben die Suche nach neuen Zahlungsinstrumenten

Sanktionen sind der zentrale Treiber dieses Kurswechsels. Viele russische Banken verloren den Zugang zu globalen Zahlungsnetzwerken. Das erschwerte und verlangsamte den grenzüberschreitenden Handel. Russland suchte daher nach Alternativen. Krypto-Mining wurde in einigen Regionen legalisiert. Grenzüberschreitende Krypto-Zahlungen erhielten für bestimmte Zwecke grünes Licht. Berichten zufolge erreicht das tägliche Krypto-Handelsvolumen im Zusammenhang mit internationalen Geschäften bereits zweistellige Milliardenbeträge in Rubel. Ein an den Rubel gekoppelter Stablecoin könnte eine weitere Option bieten. Er könnte Unternehmen helfen, Handelsgeschäfte abzuwickeln, ohne auf den US-Dollar angewiesen zu sein. Zudem könnte er Transaktionen mit BRICS-Partnern und anderen befreundeten Märkten unterstützen.

Mögliche Vorteile für Handel und Finanzsystem

Ein rubelgebundener Stablecoin könnte Zahlungen schneller und günstiger machen. Zudem würde er die Abhängigkeit von Fremdwährungen reduzieren – im Einklang mit Russlands Ziel größerer finanzieller Unabhängigkeit. Die Behörden könnten zwei Wege prüfen. Eine Option ist ein staatlich gestützter Stablecoin. Eine andere wäre, privaten Unternehmen die Ausgabe regulierter Token zu erlauben. In beiden Fällen dürfte eine strenge Aufsicht bestehen bleiben. Der Stablecoin könnte zudem an bestehende Systeme angebunden werden, etwa an das nationale Zahlungssystem oder grenzüberschreitende Nachrichten- und Abwicklungsdienste.

Risiken und offene Fragen bleiben

Trotz der möglichen Vorteile sieht die Zentralbank weiterhin Risiken. Stablecoins könnten die Finanzstabilität beeinträchtigen, wenn sie nicht sorgfältig gesteuert werden. Zudem bestehen Bedenken hinsichtlich Geldwäsche. Auch der Datenschutz ist ein Thema. Einige Experten warnen, dass öffentliche Blockchains Nutzerdaten offenlegen könnten. Andere argumentieren, dass eine strikte Regulierung Effizienz und Datenschutz in Einklang bringen kann.

Vorerst bleibt das Projekt im Forschungsstadium. Die russische Zentralbank hat keinen Start zugesagt. Stattdessen will sie das Konzept prüfen, internationale Beispiele auswerten und die Debatte öffentlich führen. Das Ergebnis dieses Prozesses könnte die digitalen Finanzpläne Russlands in den kommenden Jahren prägen. Klar ist: Die Zentralbank hält sich Optionen offen, während sich die Finanzwelt weiter wandelt.

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