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Portugal schließt Polymarket wegen illegaler politischer Wetten

Portugals Glücksspielbehörde ordnete die Schließung von Polymarket an, da das Unternehmen während der Präsidentschaftswahlen ohne Lizenz operiert hatte.

Portugal schließt Polymarket wegen illegaler politischer Wetten

Kurzzusammenfassung

Zusammenfassung ist KI-generiert, von der Redaktion überprüft.

  • SRIJ gab Polymarket 48 Stunden Zeit, die illegalen Geschäftstätigkeiten in Portugal einzustellen.

  • Politische Wetten sind gemäß den portugiesischen Online-Glücksspielgesetzen von 2015 strengstens verboten.

  • Vor der Sperrung der Website wurden über 4 Millionen Euro auf portugiesische Wahlen gesetzt.

  • Die Aufsichtsbehörden wiesen auf verdächtige Verschiebungen der Gewinnchancen hin, die auf mögliche Lecks bei Wählerbefragungen hindeuten.

Portugal hat die Krypto-Vorhersageplattform Polymarket angewiesen, den Betrieb im Land einzustellen. Die Entscheidung stammt von der nationalen Glücksspielaufsichtsbehörde SRIJ. Laut SRIJ ist die Plattform nach portugiesischem Recht illegal. Nach Angaben von Renascença erhielt Polymarket 48 Stunden Zeit, den Betrieb einzustellen. Als dies nicht geschah, gingen die Regulierungsbehörden dazu über, den Zugriff auf die Website in ganz Portugal zu blockieren. Der Hauptgrund ist einfach: Portugal verbietet politische Wetten, und Polymarket verfügt über keine gültige Glücksspiellizenz im Land.

Warum Polymarket als illegal eingestuft wurde

Portugal verfügt über strenge Glücksspielvorschriften, die im Online-Wettgesetz von 2015 festgelegt sind. Jede Plattform, die Wettangebote bereitstellt, muss lizenziert sein. Polymarket besitzt diese Lizenz nicht. Zudem verbietet Portugal vollständig Wetten auf politische Ereignisse. Dazu zählen Wahlen, Regierungsentscheidungen und Volksabstimmungen.

Die SRIJ erklärte, dass Polymarkets Aktivitäten klar gegen nationales Recht verstoßen. Die Plattform erlaubt es Nutzern, Wetten auf politische Ergebnisse mit Kryptowährungen, hauptsächlich USDC, zu platzieren. Deshalb hat die Regulierungsbehörde nun Internetanbieter aufgefordert, den Zugriff auf die Website zu blockieren.

4 Millionen Euro vor Wahlergebnissen gesetzt

Der Fall wurde brisant durch ungewöhnliche Wettaktivitäten während der portugiesischen Präsidentschaftswahlen. In den Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse wurden auf Polymarket mehr als 4 Mio. € auf Märkte im Zusammenhang mit der Wahl gesetzt. Ein Kandidat, António José Seguro, stieg kurz vor Schließung der Wahllokale von einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 % auf fast 100 %. Gleichzeitig fielen die Wahrscheinlichkeiten anderer Kandidaten stark ab.

Bis die TV-Sender offizielle Prognosen veröffentlichten, hatten Polymarket-Trader bereits den „Gewinner“ vorhergesagt. Dies warf große Fragen auf. Die Regulierungsbehörden vermuten, dass Einzelpersonen frühe Exit-Poll-Daten geleakt und für Insider-Wetten genutzt haben könnten.

So funktioniert Polymarket

Polymarket ist ein Krypto-basierter Vorhersagemarkt, der 2020 gegründet wurde. Nutzer kaufen und verkaufen „Anteile“ an realen Ereignissen wie Wahlen, Sport oder Wirtschaft. Jedes Ereignis hat zwei Optionen: Ja oder Nein. Die Preise bewegen sich zwischen 0 und 1 USD, abhängig davon, was die Trader erwarten. Wer auf ein unwahrscheinliches Ergebnis setzt und gewinnt, erzielt einen Gewinn. Bei falscher Vorhersage verliert man sein Geld. Die Plattform basiert auf Blockchain-Technologie und verwendet USDC für Zahlungen. Während dies schnell und global ist, erschwert es auch die Regulierung.

Wie es jetzt weitergeht

Die SRIJ betont, dass sie nur lizenzierte Unternehmen regulieren kann. Da Polymarket keine Lizenz besitzt, haben portugiesische Nutzer keine Garantie, dass sie ihr Geld nach der Sperre zurückerhalten. Internetanbieter werden die Plattform voraussichtlich blockieren. Einige Nutzer könnten weiterhin über VPNs darauf zugreifen.

Polymarket schränkt den Zugang bereits in mehr als 30 Ländern ein. Portugal reiht sich nun in diese Liste ein. Der Fall zeigt die wachsende Spannung zwischen Krypto-Vorhersagemärkten und nationalen Gesetzen. Während manche diese Plattformen als Tools für offene Informationen sehen, betrachten Regulierer sie als illegales Glücksspiel – insbesondere, wenn politische Wetten involviert sind. Aktuell sind Wetten auf Wahlen in Portugal offiziell verboten.

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