JPMorgan: Bitcoin unterbewertet, könnte 126.000 USD erreichen

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    Ashutosh

    Ashutosh

    JPMorgan prognostiziert einen Bitcoin-Wert von 126.000 US-Dollar bis 2025 und betont dabei die geringere Volatilität, ETF-Zuflüsse und die Akzeptanz in Unternehmen.

    JPMorgan: Bitcoin unterbewertet, könnte 126.000 USD erreichen

    Die Prognose von JPMorgan, dass der faire Wert von Bitcoin bis 2025 bei 126.000 USD liegen könnte, ist bemerkenswert – nicht nur wegen der Zahl selbst, sondern auch wegen ihrer Signalwirkung. Der Bitcoin-Wert zeigt, wie stark sich das institutionelle Denken verschoben hat. Eine Bank, die Bitcoin einst abtat, behandelt ihn nun als Anlageklasse, die sich am Gold messen lässt. Allein dieser Wandel sagt viel über die Richtung des Marktes aus.

    Bitcoin-Volatilität auf Rekordtief

    Der wichtigste Treiber ist hier die Bitcoin-Volatilität. Vor sechs Monaten lag sie noch bei knapp 60 Prozent. Heute bewegt sie sich um 30 Prozent – der niedrigste Wert aller Zeiten. Damit handelt Bitcoin nur noch mit der doppelten Volatilität von Gold, die engste Spanne in der Geschichte. Eine niedrige Volatilität macht ein Asset berechenbarer. Sie senkt das Risiko und sorgt dafür, dass große Investoren sich wohler fühlen, Engagement aufzubauen. Sollte sich die Volatilität weiter verringern, verhält sich Bitcoin zunehmend wie digitales Gold statt wie ein spekulativer Token.

    Ein weiterer Faktor ist die Nutzung durch Unternehmens-Treasuries. Diese betrachten Bitcoin zunehmend als strategische Reserve und legen Bestände still, die sonst gehandelt würden. Firmenkassen halten inzwischen mehr als 6 Prozent des gesamten Bitcoin-Bestands. Das entspricht fast einer Million Coins im Wert von über 110 Mrd. USD – ein Anstieg um 347 Prozent seit 2022. So viel Angebot aus dem Markt zu nehmen, reduziert zwangsläufig die Kursschwankungen und schafft stabilere Böden, wenn die Marktstimmung kippt.

    ETF-Zuflüsse stützen Nachfrage und stabilisieren Bitcoin

    ETF-Zuflüsse bilden eine zweite Stabilisierungs­schicht. Allein 2025 belaufen sie sich bereits auf 14,8 Mrd. USD und liegen damit schon über dem Niveau von 2024. Der Fonds von BlackRock verwaltet mittlerweile mehr als 58 Mrd. USD. Insgesamt sind in diesem Jahr über 82,5 Mrd. USD institutionelles Kapital in ETFs geflossen. Die Struktur ist entscheidend: ETFs ermöglichen es Investoren, Bitcoin-Exposure über vertraute Handelsplätze zu erwerben. Das erleichtert es Pensionsfonds, Stiftungen und vorsichtigen Institutionen, einzusteigen. Dieser stetige Kapitalstrom sorgt für eine konstante Nachfrage und stützt den Preis auch in schwächeren Marktphasen.

    Bitcoin-Wert als digitales Gold

    Die faire Wertschätzung von JPMorgan basiert auf einem Vergleich mit Gold. Gold zieht rund 5 Bio. USD an privatem Investment an, während Bitcoin derzeit bei 2,2 Bio. USD liegt. Bereinigt um die Volatilität argumentiert die Bank, dass Bitcoin bei 126.000 USD notieren sollte. Nach diesem Modell ist Bitcoin heute um rund 16.000 USD unterbewertet. Die Berechnung ist einfach, die Implikation jedoch groß: Bitcoin braucht keine extreme Spekulation, um weiter zu steigen – nur eine Angleichung an Gold auf risikoadjustierter Basis.

    Bitcoin-Reserven weltweit

    Auch Regierungen prägen diese Entwicklung. Die USA halten inzwischen fast 200.000 Bitcoin als strategische Reserve aus beschlagnahmten Vermögenswerten. El Salvador stockt seine Bestände von 6.000 Bitcoin weiter auf, trotz zurückgefahrener Pläne als gesetzliches Zahlungsmittel. Bhutan hat mithilfe von Wasserkraft zwischen 12.000 und 13.000 Bitcoin gemint – ein Bestand im Wert von bis zu 1,3 Mrd. USD, was fast 28 Prozent seines BIP entspricht. Japan bringt sowohl Bitcoin- als auch Ethereum-ETFs auf den Markt, während Brasilien über eine staatliche Reserve nachdenkt.

    Bitcoin als Portfoliodiversifizierer

    Auf Unternehmensebene verbreitet sich das MicroStrategy-Modell. Metaplanet, ehemals Hotelbetreiber, hält inzwischen mehr als 18.000 Bitcoin, die Aktie stieg um über 400 Prozent. DDC Enterprise erwarb in nur 96 Tagen mehr als 1.000 Bitcoin. Diese Beispiele zeigen, wie sich Bitcoin zu einer Treasury- und Wachstumsstrategie entwickelt – nicht nur zu einer Handelswette.

    Für Privatanleger ergibt sich ein klares Bild: Bitcoin wird nicht länger als Internetgeld am Rand betrachtet. Es gilt zunehmend als digitales Gold, als Portfoliodiversifizierer, als Asset für Unternehmensbilanzen und als legitimes Vehikel für institutionelle Allokationen. Der entscheidende Faktor dabei ist die sinkende Volatilität. Ohne sie hätten weder ETF-Zuflüsse noch Unternehmens-Treasuries denselben Effekt. Der Zyklus verstärkt sich selbst: Adoption senkt die Volatilität, die wiederum weitere Adoption nach sich zieht.

    Was JPMorgan mit seiner Einschätzung letztlich einfängt, ist die Normalisierung von Bitcoin im Mainstream-Finanzwesen. Wenn eine Bank dieser Größe Bitcoin als Kandidaten für eine strategische Reserve neben Gold anerkennt, markiert das eine neue Phase. Mit niedriger Volatilität, starken ETF-Zuflüssen und wachsender Übernahme in Unternehmensbilanzen ist das Szenario für institutionelles Wachstum bis 2025 kaum zu übersehen.

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