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Binance beantragt griechische MiCA-Lizenz zur Sicherung der EU-weiten Zulassung

Von

Shweta Chakrawarty

Shweta Chakrawarty

Binance beantragte über seine Einheit „Binary Greece“ eine Lizenz für Märkte im Bereich Krypto-Assets, um sich vor Ablauf der Frist EU-Passrechte zu sichern.

Binance beantragt griechische MiCA-Lizenz zur Sicherung der EU-weiten Zulassung

Kurzzusammenfassung

Zusammenfassung ist KI-generiert, von der Redaktion überprüft.

  • Binance hat über die griechischen Regulierungsbehörden eine EU-weite MiCA-Zulassung beantragt.

  • Die Frist zur Einhaltung der Vorschriften für alle europäischen Krypto-Plattformen ist der 1. Juli.

  • Die Tochtergesellschaft Binary Greece wurde mit einem Stammkapital von 25.000 € gegründet.

  • Die Lizenzerteilung ermöglicht die Erbringung von Passdienstleistungen in allen 27 EU-Staaten.

Binance macht einen entscheidenden Schritt in Europa. Die weltweit größte Krypto-Börse hat über Griechenland eine Lizenz nach der Markets-in-Crypto-Assets-Verordnung (MiCA) beantragt. Der Antrag ging in dieser Woche bei der griechischen Kapitalmarktaufsicht Hellenic Capital Market Commission in Athen ein.

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Die vollständige MiCA-Durchsetzung beginnt am 1. Juli 2026. Unternehmen, die die Vorgaben nicht erfüllen, riskieren den Verlust des Zugangs zum EU-Markt. Mit dem Antrag signalisiert Binance, langfristig in Europa bleiben zu wollen. Bei Genehmigung würde die Lizenz dem Konzern erlauben, unter einem einheitlichen Regulierungsrahmen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten zu operieren.

Was MiCA für Krypto-Unternehmen in Europa bedeutet

MiCA ist das erste umfassende Krypto-Regelwerk der Europäischen Union. Es wurde 2023 eingeführt, um eine schnell wachsende Branche zu ordnen. Seit Ende 2024 müssen Anbieter von Krypto-Dienstleistungen strenge Standards erfüllen. Nach MiCA benötigen Handelsplattformen eine einzige Lizenz aus einem EU-Staat. Anschließend können sie ihre Dienstleistungen EU-weit „passportieren“. Das umfasst Handel, Verwahrung und Stablecoin-Geschäfte. Das Ziel ist klar: Nutzerschutz, einheitliche Regeln und das Schließen rechtlicher Grauzonen. Nach Juli 2026 drohen Plattformen ohne Genehmigung Einschränkungen oder Verbote. Entsprechend wächst der Druck, rechtzeitig Lizenzen zu sichern.

Warum Binance Griechenland gewählt hat

Binance beantragt die Lizenz über Griechenland und nicht über andere etablierte Standorte. Dafür hat das Unternehmen eine neue lokale Einheit namens Binary Greece gegründet. Es handelt sich um eine hundertprozentige Tochtergesellschaft mit einem Startkapital von 25.000 Euro. Zudem führt Binance aktive Gespräche mit griechischen Aufsichtsbehörden. Die Wahl überraschte Beobachter, die eher Malta oder Lettland erwartet hatten. Dennoch eröffnet Griechenland einen neuen Weg.

Wichtig ist: Griechenland hat bislang noch keine MiCA-Lizenz erteilt. Deutschland und die Niederlande liegen derzeit bei den Genehmigungen vorn. Das Verfahren ist also noch offen und wettbewerbsintensiv. Binance verfügt bereits über nationale Lizenzen in Frankreich und Italien. Diese ermöglichen jedoch keinen EU-weiten Betrieb – eine MiCA-Lizenz schon. Der Schritt fügt sich in Binances breitere Compliance-Offensive nach Jahren regulatorischen Drucks ein.

Der Druck wächst mit näher rückenden Fristen

Der Antrag erfolgt in einer Phase zunehmender Kontrolle. In den vergangenen Monaten warnten Aufseher, dass viele Krypto-Unternehmen weiterhin ohne MiCA-Zulassung tätig sind. Die französische AMF führte Binance sogar unter Dutzenden Anbietern, die entweder konform gehen oder den Markt verlassen müssen. Mit dem Antrag will Binance Klarheit schaffen. Eine Genehmigung würde die Legitimität stärken und Nutzer wie Partner beruhigen.

Auch die Marktreaktionen könnten spürbar sein. Ein klarer EU-Pfad könnte das Vertrauen in Binance-Dienste erhöhen. Einige Trader sehen zudem Aufwärtspotenzial für BNB, falls regulatorische Risiken nachlassen. Grundsätzlich begünstigt MiCA große, gut kapitalisierte Plattformen. Kleinere oder Offshore-Börsen könnten an den neuen Vorgaben scheitern. Eine Konsolidierung des europäischen Kryptomarkts gilt daher als wahrscheinlich.

Wie es weitergeht

Sollten die griechischen Behörden den Antrag genehmigen, kann Binance seine Dienstleistungen EU-weit passportieren. Das wäre ein bedeutender Meilenstein vor dem Stichtag im Juli 2026. Der Schritt markiert einen Kurswechsel: Statt Konfrontation setzt Binance auf Anpassung. Für Europa signalisiert er einen reifenden Kryptomarkt mit klaren Regeln und festen Fristen. Für Binance ist die Botschaft eindeutig: Europa zählt – und Compliance ist der Preis, um im Spiel zu bleiben.

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