Bessent zufolge setzen die USA mit klaren Regeln massiv auf digitale Vermögenswerte
US-Finanzminister Scott Bessent hat einen offenbar weitreichenden Kurswechsel Washingtons im Umgang mit digitalen Vermögenswerten skizziert. In einem jüngsten Interview erklärte Bessent, die Trump-Regierung wolle bei digitalen Assets „groß einsteigen“. Allerdings nicht durch pauschale Deregulierung, sondern durch eine strukturierte Integration unter strengen US-Regulierungsstandards. Bessents Aussagen deuten auf eine Abkehr von einer Phase hin, die viele in […]

US-Finanzminister Scott Bessent hat einen offenbar weitreichenden Kurswechsel Washingtons im Umgang mit digitalen Vermögenswerten skizziert. In einem jüngsten Interview erklärte Bessent, die Trump-Regierung wolle bei digitalen Assets „groß einsteigen“. Allerdings nicht durch pauschale Deregulierung, sondern durch eine strukturierte Integration unter strengen US-Regulierungsstandards.
Bessents Aussagen deuten auf eine Abkehr von einer Phase hin, die viele in der Branche als regulatorisch feindselig wahrnahmen und die Krypto-Unternehmen ins Ausland trieb. Statt Firmen in unsichere Rechtsräume zu drängen, setzt die neue Botschaft auf Klarheit, Compliance und Kapitalbildung.
Regulierung – aber mit klaren Regeln
Der Schwerpunkt von Bessents Ausführungen lag nicht auf einer Lockerung der Aufsicht. Vielmehr betonte er, dass auf die Märkte für digitale Vermögenswerte die höchsten US-Regulierungs- und Geldwäschepräventionsstandards (AML) angewendet werden sollen. Ziel sei es, einen Rahmen zu schaffen, der robust genug ist, um institutionelles Kapital anzuziehen und zugleich die Marktintegrität zu wahren.
Institutionelle Investoren meiden naturgemäß rechtliche Grauzonen. Pensionsfonds, Vermögensverwalter und Banken benötigen in der Regel verlässliche regulatorische Strukturen, bevor sie signifikantes Kapital einsetzen. Durch die Kombination aus Unterstützung für digitale Vermögenswerte und strengen Compliance-Standards könnte Washington wahrgenommene existenzielle Risiken reduzieren – ein zentraler Hemmschuh für eine breite Beteiligung.
Dieser Ansatz fügt sich in breitere Forderungen im Kongress nach einer umfassenden Regulierung der Kryptomarktstruktur ein. Berichten zufolge wächst der Druck, bis zum Frühjahr 2026 ein Gesetz für einen Rahmen zu digitalen Vermögenswerten zu verabschieden, das Zuständigkeiten und operative Standards branchenweit festschreiben würde.
Von Offshore-Abwanderung zu Onshore-Integration
Kritiker argumentieren, das frühere regulatorische Umfeld habe dazu beigetragen, dass Kapital und Innovation ins Ausland abwanderten. Regionen wie die Europäische Union und Teile Asiens entwickelten klarere Rahmenwerke und erhöhten damit den Wettbewerbsdruck auf die US-Politik.
Sollte die Regierung von einer Politik des „Einschränkens und Abschreckens“ zu einem Modell des „Regulierens und Integrierens“ übergehen, könnte sich der strukturelle Kurs der Branche spürbar verändern. Klare Compliance-Pfade würden Unternehmen ermutigen, im Inland zu operieren, und zugleich globale Investoren beruhigen.
Die Märkte scheinen auf den Stimmungswechsel zu reagieren. Bitcoin verzeichnet neuen Optimismus, getragen von wachsenden Erwartungen, dass die USA eine konstruktivere Haltung zur Infrastruktur digitaler Vermögenswerte einnehmen könnten.
Kapital folgt Klarheit
Die zentrale Botschaft aus den Aussagen von Scott Bessent ist strategischer Natur, nicht ideologisch: Kapital folgt Klarheit. Regulatorische Sicherheit senkt Risikoprämien, reduziert Markteintrittsbarrieren für die traditionelle Finanzwelt und erhöht die Wahrscheinlichkeit langfristiger institutioneller Allokationen.
Ob der Kongress 2026 tatsächlich einen umfassenden Rahmen liefert, bleibt abzuwarten. Gelingt es Washington jedoch, eine strikte AML-Durchsetzung mit regulatorischer Transparenz zu verbinden, könnten sich die Vereinigten Staaten als zentraler Knotenpunkt in der sich entwickelnden globalen Ökonomie digitaler Vermögenswerte neu positionieren.
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